Kompetenztag „Daten- und Informationssicherheit im Unternehmen“ am 21.01.2026 im TGZ Bautzen
Am 21.01.2026 durften wir als Referenten am Kompetenztag „Daten- und Informationssicherheit im Unternehmen“ im TGZ Bautzen teilnehmen. Gemeinsam mit Unternehmen aus der Oberlausitz haben wir unser Wissen und unsere praktischen Erfahrungen in Form eines einführenden Vortrags geteilt und den fachlichen Austausch zum Thema Informationssicherheit eröffnet.
Unser Beitrag war als Einstieg in den Tag konzipiert und sollte den Teilnehmenden eine klare Orientierung geben: Informationssicherheit ist heute keine optionale Zusatzaufgabe mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Unternehmensführung.
Warum Informationssicherheit heute unverzichtbar ist
In der heutigen Arbeitswelt sollte Informationssicherheit keine Frage mehr des Ob sein, sondern höchstens noch eine Frage des Wie. Unternehmen sind heute in nahezu allen Bereichen von funktionierenden IT-Systemen und der Verfügbarkeit verlässlicher Informationen abhängig. Kundendaten, Vertragsunterlagen, Produktionsdaten, E-Mails oder interne Dokumentationen bilden die Grundlage für tägliche Geschäftsprozesse.
Bereits kurze Ausfälle, Datenverluste oder Sicherheitsvorfälle können spürbare Folgen haben: Produktionsstillstände, Lieferverzögerungen, finanzielle Schäden oder Vertrauensverluste bei Kunden und Geschäftspartnern. Hinzu kommt, dass Cyberangriffe, Phishing-Kampagnen und Ransomware längst nicht mehr nur große Konzerne betreffen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen geraten zunehmend ins Visier, da sie oft weniger Schutzmaßnahmen etabliert haben.
Informationssicherheit ist damit nicht nur eine technische Fragestellung, sondern ein zentraler Faktor für die unternehmerische Resilienz. Sie trägt dazu bei, Arbeitsfähigkeit sicherzustellen, Risiken frühzeitig zu erkennen und auch in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.
Parallel dazu steigen die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen kontinuierlich. Mit Regelwerken wie der DS-GVO oder der NIS2-Richtlinie werden Unternehmen stärker in die Pflicht genommen, angemessene organisatorische und technische Maßnahmen zum Schutz von Informationen umzusetzen. Dabei geht es nicht allein um die Vermeidung von Bußgeldern, sondern auch um Haftungsfragen, Nachweispflichten und die Verantwortung gegenüber Kunden, Mitarbeitenden und Partnern.
Typische Fragestellungen aus der Unternehmenspraxis
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Unternehmen sehr ähnliche Fragen beschäftigen, sobald sie sich konkreter mit Informationssicherheit auseinandersetzen. Das Bewusstsein für das Thema ist in der Regel vorhanden – unklar bleibt jedoch häufig, wie Anforderungen sinnvoll eingeordnet und Maßnahmen priorisiert werden sollen.
Typische Fragestellungen sind dabei:
- Welche Risiken sind für mein Unternehmen tatsächlich relevant?
- Welche gesetzlichen Anforderungen sind verpflichtend umzusetzen?
- Wo besteht Handlungsspielraum – und wo nicht?
- Welche Maßnahmen bringen im Alltag wirklich einen Mehrwert und bleiben nicht nur „Papier-Tiger“?
Diese Fragen bilden häufig den Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Informationssicherheit – und genau hier setzt der Bedarf an Orientierung und praxistauglichen Lösungen an.
Praxisnahe Lösungsansätze statt Einzelmaßnahmen
Genau an diesem Punkt knüpfte unser Vortrag beim Kompetenztag an. Im Mittelpunkt standen konkrete und umsetzbare Lösungsansätze, die sowohl unternehmerische Ziele als auch rechtliche Anforderungen berücksichtigen.
Anhand praxisnaher Beispiele, unter anderem der Absicherung von E-Mail-Diensten, haben wir gezeigt, wie Informationssicherheit risikoorientiert und sinnvoll in bestehende Prozesse integriert werden kann. Dabei ging es nicht nur um technische Lösungen, sondern vor allem um klare Strukturen, Verantwortlichkeiten und Prioritäten.
Informationssicherheit wurde bewusst als ganzheitliche Aufgabe verstanden – mit Maßnahmen, die den Arbeitsalltag unterstützen und einen nachhaltigen Mehrwert für das Unternehmen schaffen.
Gesetzliche Anforderungen und bewährte Standards
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Einordnung relevanter Vorgaben und Standards, unter anderem:
- DS-GVO (Datenschutz-Grundverordnung)
- NIS2-Richtlinie
- ISO/IEC 27001
- TISAX
Diese Regelwerke sind kein Selbstzweck. Richtig eingesetzt können sie Unternehmen dabei unterstützen, Informationssicherheit systematisch aufzubauen und langfristig zu verankern – ohne unnötige Bürokratie.
Fazit
Der Kompetenztag hat einmal mehr gezeigt, dass Informationssicherheit kein einmaliges Projekt ist, das mit der Einführung einzelner Maßnahmen abgeschlossen werden kann. Vielmehr handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der sich an den tatsächlichen Risiken, den organisatorischen Rahmenbedingungen und den strategischen Zielen eines Unternehmens orientieren muss.
Nachhaltige Informationssicherheit entsteht dort, wo Risiken systematisch bewertet, Verantwortlichkeiten klar definiert und Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll in bestehende Abläufe integriert werden. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Erfüllung formaler Anforderungen, sondern der tatsächliche Nutzen im Unternehmensalltag.
Konkret bedeutet das:
- eine risikobasierte und nachvollziehbare Priorisierung von Maßnahmen,
- klare Rollen und Zuständigkeiten innerhalb der Organisation,
- sowie der Aufbau tragfähiger Informationssicherheitsstrukturen, die langfristig wirken.
Informationssicherheit wird so zu einer Investition in die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen – in stabile Prozesse, verlässliche Arbeitsfähigkeit und nachhaltiges Vertrauen bei Kunden und Partnern.
Wir bedanken uns herzlich für die offenen Gespräche, die spannenden Impulse und den konstruktiven fachlichen Austausch im Rahmen des Kompetenztags.

